PlakosAIPlakosAI
Alle ArtikelCompliance

Brandschutzhelfer ausbilden — DGUV I 205-023 Praxis-Leitfaden

Pflicht ab welchem Mitarbeiter? Welche Inhalte? Wie wird ausgebildet? Der Schritt-für-Schritt-Leitfaden für die korrekte Brandschutzhelfer-Ausbildung.

TETimm EhlbeckEntwickler & Lernexperte28. Mai 20267 Min Lesezeit

Die meisten Geschäftsleitungen wissen: „Wir brauchen Brandschutzhelfer." Wenige wissen: wie viele, mit welchen Inhalten, in welchem Rhythmus. Die ASR A2.2 + DGUV I 205-023 sind eindeutig — und werden bei der BG-Begehung systematisch geprüft. Hier der Praxis-Leitfaden.

Wie viele Brandschutzhelfer brauchst du?

ASR A2.2 Abs. 6.2: in Arbeitsstätten mit normaler Brandgefährdung mindestens **5 % der Beschäftigten** als Brandschutzhelfer ausbilden. Bei erhöhter Brandgefährdung (Werkstatt, Lager mit brennbaren Stoffen): bis 10 %. In Pflege-/Kita-Einrichtungen + Sonderbauten: zusätzlich Räumungshelfer einplanen.

5–10 %
der Beschäftigten als Brandschutzhelfer (ASR A2.2)

Was die Ausbildung enthalten muss

DGUV I 205-023 listet die Pflicht-Inhalte einer Brandschutzhelfer-Ausbildung — sie umfasst deutlich mehr als die normale Brandschutz-Unterweisung:

  • Grundzüge des Brandschutzes (Brandklassen A–F, Brandverlauf)
  • Betriebliche Brandschutzorganisation (Brandschutzkonzept, Alarmplan)
  • Funktion und Bedienung von Feuerlöscheinrichtungen
  • Praktische Übung mit Feuerlöscher am realen Übungsfeuer
  • Verhalten im Brandfall + Räumung
  • Eigene Aufgaben als Brandschutzhelfer
  • Brandschutz-Sammelstelle organisieren
  • Zusammenarbeit mit Feuerwehr (Einweisung Rettungskräfte)
Online-Ausbildung NICHT ausreichend

Die praktische Übung am realen Übungsfeuer ist Pflicht. Eine reine Online-Schulung erfüllt die Brandschutzhelfer-Anforderungen NICHT. Hybrid funktioniert: Theorie online + 2-Stunden-Praxis-Workshop vor Ort (oder beim Übungs-Anbieter).

Wie oft wiederholen?

ASR A2.2: Auffrischung mindestens alle **3-5 Jahre** (je nach Betriebsart). Die praktische Löschübung muss in diesem Rhythmus erneuert werden. Theoretische Auffrischung kann jährlich als Modul in der allgemeinen Brandschutzunterweisung integriert werden.

Kosten + Zeit

Externer Anbieter: 80-150 € pro Person für ein 3-4-Stunden-Modul (Theorie + Praxis). Bei Betrieben mit eigenem Übungsplatz und ausgebildetem Brandschutzbeauftragten kann die Ausbildung selbst durchgeführt werden. Interner Aufwand: ca. 1 Manntag pro 10 Brandschutzhelfer.

Dokumentation bei der BG-Begehung

Die BG verlangt: Namensliste aller Brandschutzhelfer, Ausbildungs-Nachweise (Datum, Inhalt, Anbieter), Auffrischungs-Plan, organisatorische Verankerung (wer ist wann verfügbar, Vertretungsregelung bei Urlaub). Eine fehlende Brandschutzhelfer-Dokumentation ist 2026 der häufigste Befund bei BG-Begehungen — vor unsachgemäßer Feuerlöscher-Wartung.

Brandschutzhelfer vs. Brandschutzbeauftragter

Häufige Verwechslung: Brandschutzhelfer (DGUV I 205-023) und Brandschutzbeauftragter (DGUV I 205-001) sind zwei verschiedene Funktionen. Brandschutzhelfer = Erstmaßnahmen vor Ort. Brandschutzbeauftragter = strategische Verantwortung im Betrieb. Brandschutzbeauftragter ist Pflicht in größeren Betrieben + Sonderbauten — die Ausbildung dauert 64 Stunden über mehrere Wochen.

Fazit

Brandschutzhelfer-Ausbildung ist keine 30-Min-Online-Schulung. Sie ist 4-Stunden-Hybrid-Maßnahme mit echter Praxis-Übung am Feuerlöscher. Wer das versäumt, hat im Brandfall einen Haftungs-Risiko-Lochstanz und bei der BG-Begehung den häufigsten Befund. Das sind 80-150 € pro Person + 4 Stunden Zeit — auf Lebenszeit gerechnet die billigste Versicherung gegen den großen Schaden.

Passende Schulungs-Themen

Gefällt dir der Artikel? Wir freuen uns über Feedback und Themen-Vorschläge.

Schreib uns kurz — wir antworten persönlich.