Inhalt
DGUV V2 § 5 — psychische Belastung als Arbeitsschutz-Thema
Die wichtigsten rechtlichen Verankerungen:
- ArbSchG § 5 Abs. 3 Nr. 6 — psychische Belastung in der Gefährdungsbeurteilung Pflicht (seit 2013)
- DGUV V2 § 5 — konkrete Umsetzungsregeln, Mitarbeitende einbeziehen
- BAuA-Leitlinie 2025 — empfiehlt Schulungen zu Stress-Erkennung, Resilienz, Bewältigungsstrategien als Standard-Maßnahme
- § 130 OWiG — Geschäftsleitung haftet bei Aufsichtspflicht-Verletzung
Konkret: ein KMU mit 30 Mitarbeitenden, das die psychische Gefährdungsbeurteilung nicht macht, riskiert bei einem Burnout-Fall mit Berufsunfähigkeit Regress-Forderungen der BG bis 250.000 €.
Testen Sie Ihr Wissen — 4 Fragen, 2 Minuten, ohne Anmeldung
Stress & Resilienz: Kennen Sie Pflichten und Warnsignale?
Beantworte alle 4 Fragen. Du erhältst sofort Feedback und kannst danach noch einmal üben. Bestanden ab 75%.
Fragetypen in diesem Quiz
Das Kaluza-Stressmodell — 3 Säulen
Gert Kaluza beschreibt Stress nicht als Reiz, sondern als dreidimensionales Wechselspiel:
1. Stressoren — die externen Auslöser
- Arbeitsbedingungen (Zeitdruck, Lärm, hybride Anforderungen)
- Soziale Stressoren (Konflikte, mangelnde Anerkennung)
- Lebensereignisse (Trennung, Tod, Umzug)
2. Persönliche Stress-Verstärker — das innere Setting
- Perfektionismus ("Es muss zu 110 % stimmen")
- Hilflosigkeit ("Ich kann das nicht ändern")
- Selbst-Überforderung ("Ich muss immer verfügbar sein")
- Ungeduld ("Das hätte schon längst fertig sein müssen")
3. Stress-Reaktionen — Körper, Verhalten, Gedanken
- Körperlich: erhöhte Herzfrequenz, Magen-Beschwerden, Schlafstörungen
- Verhalten: Rückzug, Aggression, vermehrt Genussmittel
- Gedanken: Grübeln, Katastrophisieren, Selbst-Vorwürfe
Konsequenz: Stress-Reduktion braucht Eingriffe auf allen 3 Ebenen, nicht nur auf einer.
7 Resilienz-Praktiken für den Berufsalltag
1. Mikropausen
- 5 Min alle 90 Min — Pomodoro-Technik oder Ähnliches
- Bildschirm verlassen, Wasser trinken, kurz bewegen
- BAuA: produktivitätsneutral, aber erhöht Konzentration um 12-15 %
2. Atem-Übungen
- 4-7-8-Atmung (4 Sek ein, 7 halten, 8 aus)
- Aktiviert Parasympathikus, senkt Cortisol-Level binnen 2 Min
- Vor schwierigen Gesprächen oder nach Konflikten
3. Tages-Plan mit Prioritäten
- 3 must-do, 3 nice-to-have, Rest gestrichen
- Konsequente Vormittags-Fokus-Zeit (90 Min ohne Meetings/Slack)
4. Schlaf-Hygiene
- 7-8 Std Schlaf, immer gleiche Zeit
- 1 Std vor Schlaf keine Bildschirme
- Schlafraum kühl + dunkel
5. Soziale Verbindung
- 2x pro Woche Kollege ohne Agenda treffen (Kaffee)
- Privates Netzwerk pflegen — beruflicher Stress wird sozial gepuffert
6. Bewegung
- 150 Min Ausdauer/Woche (WHO-Empfehlung)
- Hebt depressive Symptome um 30-40 % (Lancet 2024)
7. Achtsamkeit / Meditation
- 10 Min/Tag — Headspace, Calm, 7Mind
- Reduziert Stresswahrnehmung messbar nach 8 Wochen
Burnout-Prävention — Warnsignale erkennen
Christina Maslach (Burnout-Forschung) listet 3 Dimensionen:
1. Emotionale Erschöpfung
- "Ich kann nicht mehr"
- Müdigkeit auch nach Erholung
- Wunsch nach langfristigem Rückzug
2. Depersonalisierung / Zynismus
- "Den Kunden sind die Probleme egal"
- Sarkasmus über Arbeit, Kollegen, Kunden
- Empathie-Verlust
3. Reduzierte Leistungsfähigkeit
- Schwierigkeiten bei früher einfachen Aufgaben
- Selbst-Wahrnehmung als unfähig
- Vermehrte Fehler
Wann handeln:
- Frühphasen (1-3 Monate Symptome): Selbst-Management + Führungs-Gespräch reicht oft
- Mittlere Phase (3-6 Monate): therapeutische Unterstützung + Arbeits-Anpassung
- Späte Phase (6+ Monate): Krankschreibung, professionelle Behandlung
Wichtig für Führungskräfte: Burnout ist KEIN Charakterfehler. Wer betroffene Mitarbeitende stigmatisiert, riskiert AGG-Klagen + Reputationsschaden.
Mental Health am Arbeitsplatz — was Unternehmen tun können
Wirksame organisationale Maßnahmen:
EAP — Employee Assistance Program
- Anonyme externe Beratungs-Hotline
- 3-5 Sessions kostenfrei für Mitarbeitende
- Kosten: 4-8 € pro Mitarbeiter pro Monat
- Nutzungsquote typisch 8-15 % pro Jahr
Mental-Health-First-Aiders
- Speziell ausgebildete Kollegen, Anlaufstelle für betroffene Mitarbeitende
- BG-anerkannte Ausbildung 2-tägig
- 1 Mental-Health-First-Aider pro 50 Mitarbeitende empfohlen
Workload-Bewertung
- Tools wie Officevibe, Culture Amp, 15Five
- Wöchentliche Pulsbefragung zu Stress, Workload, Engagement
- Frühwarn-System für Hot-Spots
Führungskräfte-Schulung
- Erkennung von Warnzeichen (Krankmeldungen, Verhalten)
- Sensible Gesprächs-Führung
- Wann an HR/Externe verweisen
PlakosAI ist eines der wenigen Tools im DACH-Raum, das die Mental-Health-First-Aider-Schulung in einem 2-stündigen E-Learning-Modul abbildet.
// So sieht die Schulung aus
Lernen, das nicht nach Pflicht aussieht
- Mini-Lektionen à 5–10 Minuten statt 60-Minuten-Marathon
- Quiz nach jedem Abschnitt — sofortiges Feedback
- Audit-fester Nachweis + verifizierbares Zertifikat

Häufige Fragen
Ist eine Stress-Schulung gesetzlich Pflicht?
Erkennt die BG die Schulung als Präventionsmaßnahme an?
Was kostet ein Burnout-Fall das Unternehmen?
Kann ich Mitarbeitende zur Stress-Schulung verpflichten?
Funktionieren Achtsamkeits-Apps am Arbeitsplatz?
// Passende Werkzeuge
Stress + Resilienz 2026 — DGUV-V2-anerkannt, Mental-Health-First-Aid in 2h.
PlakosAI ist die deutschsprachige B2B-Lernplattform für Compliance-Pflichtschulungen und Skill-Aufbau. Multi-Tenant-fähig, Export als SCORM, xAPI und cmi5, Audit-Trail bis 10 Jahre.
