Inhalt
Wer ist GwG-Verpflichteter?
§ 2 GwG zählt 16 Verpflichteten-Kategorien — die wichtigsten:
- Kreditinstitute (Banken, Sparkassen)
- Versicherer (Lebensversicherung, Kapital-AnlSchG)
- Vermögensanlage-Vermittler, Finanzanlagenvermittler
- Wertpapierdienstleister, Investmentgesellschaften
- Immobilienmakler (sowohl beim Verkauf als auch bei Vermietung ab 10.000 €/Monat)
- Notare und Rechtsanwälte (bei bestimmten Geschäften — Treuhand, Immobilien, Gesellschaftsgründungen)
- Wirtschaftsprüfer, Steuerberater
- Spielbanken + Veranstalter von Glücksspielen
- Güterhändler ab 10.000 € Bargeld pro Transaktion
- Kunst- und Antiquitätenhändler, Auktionatoren
Neu seit 2024: Kunstvermittler über Online-Plattformen sind ebenfalls verpflichtet.
Testen Sie Ihr Wissen — 4 Fragen, 2 Minuten, ohne Anmeldung
Geldwäscheprävention: Würden Sie es erkennen?
Beantworte alle 4 Fragen. Du erhältst sofort Feedback und kannst danach noch einmal üben. Bestanden ab 75%.
Fragetypen in diesem Quiz
GwG-Pflichten im Überblick
§§ 4-17 GwG schreiben vor:
- Risikomanagement (§ 4) — schriftliches Konzept, jährliche Aktualisierung
- Beauftragten-Pflicht (§ 7) — Geldwäschebeauftragte + Stellvertreter benennen
- Sorgfaltspflichten (§ 10) — Kunden identifizieren (KYC), wirtschaftlich Berechtigte feststellen, Geschäftszweck verstehen
- Verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15) — bei Hochrisiko-Ländern, PEPs, Korrespondenzbanken
- Verdachtsmeldung an FIU (§ 43) — unverzüglich, ohne Vorabinformation des Kunden
- Aufzeichnungspflicht (§ 8) — 5 Jahre, manche Belege 10 Jahre
- Mitarbeiter-Schulungen (§ 6 Abs. 2 Nr. 6) — bei Einstellung + laufend
Verdachtsmeldungen an die FIU
Die Pflicht-Meldung ist das Herzstück des GwG. Jeder Mitarbeitende muss erkennen können, wann ein Verdacht zu melden ist — auch wenn der Kunde scheinbar harmlos ist.
Typische FIU-Indikatoren:
- Bargeld-Transaktionen unter Meldeschwelle ("Smurfing")
- Plötzlich erhöhte Kontoaktivität ohne Geschäftsgrund
- Komplexe Strukturen mit Offshore-Gesellschaften ohne wirtschaftlichen Sinn
- Trade-Based-Money-Laundering: über-/unterfakturierte Lieferungen
- Kryptowährungs-Cash-out-Versuche bei Notaren/Anwälten
- PEPs (Politically Exposed Persons) ohne plausible Vermögensherkunft
Die Meldung erfolgt innerhalb von 24 Stunden über das FIU-Meldeportal goAML. Wichtig: der Kunde darf nicht vorgewarnt werden (Tipping-Off-Verbot, § 47 GwG).
Was Mitarbeitende konkret können müssen
Front-Office-Mitarbeitende (Bank-Schalter, Versicherungsvermittler, Immobilienmakler):
- Kunden-Identifizierung korrekt durchführen (Ausweiskopie, Lichtbild-Pflicht 2024)
- Wirtschaftlich Berechtigte erfragen — auch bei juristischen Personen
- Auffälligkeiten erkennen und intern eskalieren (NICHT direkt FIU melden)
- Tipping-Off-Verbot respektieren
- Aufzeichnungen lückenlos führen
Compliance-Mitarbeitende (vertiefte Schulung):
- Risikoklassifizierung nach KWG, GwG, EuGwG
- Geldwäschebeauftragten-Funktion
- FIU-Meldungen erstellen und versenden
- Audit-Vorbereitung für BaFin/FMA
Risikoanalyse & interne Sicherungsmaßnahmen (§§ 4–6 GwG)
Die Risikoanalyse nach § 5 GwG ist das Fundament jeder Geldwäscheprävention: Der Verpflichtete ermittelt und bewertet die Risiken, die sich aus Kundenstruktur, Produkten, Vertriebswegen und geografischen Faktoren ergeben — schriftlich, nachvollziehbar und mindestens jährlich aktualisiert. Die Anlagen 1 und 2 zum GwG liefern die Faktoren für potenziell geringeres bzw. erhöhtes Risiko.
Auf der Risikoanalyse bauen die internen Sicherungsmaßnahmen nach § 6 GwG auf:
- Grundsätze, Verfahren und Kontrollen für den Umgang mit Risiken, Sorgfaltspflichten, Verdachtsmeldungen und Aufzeichnungen
- Geldwäschebeauftragte(r) + Stellvertretung (§ 7) mit direktem Berichtsweg zur Geschäftsleitung
- Zuverlässigkeitsprüfung der Beschäftigten
- Laufende Schulung aller relevanten Mitarbeitenden (§ 6 Abs. 2 Nr. 6) — genau hier setzt diese Schulung an
- Unabhängige Prüfung der Wirksamkeit (interne Revision, soweit angemessen)
Wichtig für Gruppen: § 9 GwG verlangt gruppenweite einheitliche Sicherungsmaßnahmen — auch ausländische Zweigstellen und Tochterunternehmen müssen einbezogen werden. Die Schulungsdokumentation muss diese Struktur abbilden, sonst gilt die Maßnahme als unvollständig.
So sieht ein wirksames Präventions-Schulungskonzept aus
Die BaFin bewertet nicht, OB geschult wurde, sondern ob das Konzept risikoangemessen ist. In der Praxis bedeutet das:
- Rollenbasierte Inhalte: Front-Office lernt Erkennen + Eskalieren, Compliance lernt Melden + Prüfen, die Geschäftsleitung ihre Gesamtverantwortung und Freigabepflichten (z.B. bei PEP-Geschäftsbeziehungen, § 10 Abs. 2)
- Onboarding vor Erstkontakt: Neue Mitarbeitende werden geschult, BEVOR sie Kundengeschäft führen — nicht irgendwann im ersten Jahr
- Anlassbezogene Auffrischung: neue Produkte, neue FATF-Hochrisikoländer, geänderte FIU-Typologien lösen Nachschulungen aus
- Wissens-Check mit Bestehensgrenze: Nur ein dokumentierter Test belegt, dass Inhalte angekommen sind — reine Anwesenheitslisten überzeugen Prüfer nicht
- Lückenlose Dokumentation: Wer, wann, was, mit welchem Ergebnis — 5 Jahre aufbewahrt (§ 8 GwG)
Digitale Mini-Lektionen haben hier einen strukturellen Vorteil: Sie erreichen auch Filial- und Außendienst-Mitarbeitende ohne Präsenztermin, erzwingen den Wissens-Check technisch und erzeugen den Audit-Trail automatisch. Die jährliche Wiederholung läuft über automatische Rezertifizierungs-Fristen, ohne dass Compliance jedem Teilnehmer hinterhertelefonieren muss.
Sanktionen bei GwG-Verstößen
§ 56 GwG listet Sanktionen für vorsätzliche oder fahrlässige Pflichtverletzungen:
- Bußgelder bis 5 Mio. € oder 10 % vom Jahresumsatz (§ 56 Abs. 3)
- Bei Geschäftsleitung persönlich: bis 5 Mio. €
- Veröffentlichung im Internet (§ 57 GwG) — Reputationsschaden
- Untersagung der Tätigkeit durch BaFin
BaFin-Bußgeld-Praxis 2024-2025: durchschnittlich 350.000 € pro Pflichtverletzung. Die Schulungsdokumentation ist beim Audit zentral — wer keine vorweisen kann, kommt nicht aus dem § 56-Verfahren raus.
// So sieht die Schulung aus
Lernen, das nicht nach Pflicht aussieht
- Mini-Lektionen à 5–10 Minuten statt 60-Minuten-Marathon
- Quiz nach jedem Abschnitt — sofortiges Feedback
- Audit-fester Nachweis + verifizierbares Zertifikat

Häufige Fragen
Wer muss eine GwG-Schulung machen?
Wie oft ist die Schulung Pflicht?
Was muss eine GwG-Schulung mindestens abdecken?
Ist die Schulung auch für externe Dienstleister Pflicht?
Ist "Geldwäscheprävention-Schulung" dasselbe wie eine GwG-Schulung?
Reicht eine Online-Schulung für die BaFin-Prüfung?
Wie wird die Schulung im BaFin-Audit dokumentiert?
// Passende Werkzeuge
GwG-Schulung 2026 — BaFin-konforme Lerninhalte, sofort startklar.
PlakosAI ist die deutschsprachige B2B-Lernplattform für Compliance-Pflichtschulungen und Skill-Aufbau. Multi-Tenant-fähig, Export als SCORM, xAPI und cmi5, Audit-Trail bis 10 Jahre.
